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Reisebericht Schweden&Norwegen- Tour 2003

                     
Mit dem Diplom in der Tasche, aber mit den Nerven fix und fertig, habe ich mir einen erneuten Trip in die Gefilde Nordeuropas wahrlich verdient. Kraft und Inspiration für kommende Aufgaben möchte ich während meiner Reise tanken, Abstand gewinnen von der Monate langen Lernerei. Die "Koffer" sind auch schnell gepackt und am 28.05.03 fahr ich wieder mit dem schwarzen Corsa los, der mittlerweile eine Laufleistung von 138.000 km hat. Diesmal habe ich bei weitem weniger dabei als bei der 2000er Tour; ausgewählten Proviant für etwa sechs Wochen, sowie dem Wetter angepasste Kleidung und mein Kajak. Es verbleibt genügend Platz im Corsa, um darin zu übernachten.

Nach einem kurzen Abstecher in Kopenhagen komme ich bei herrlichem Sonnenschein in Südschweden an. Diesmal möchte ich nicht nur die einsamen Wälder Skandinaviens mit seiner fabelhaften Natur kennen lernen, sondern auch die kulturellen und historischen Stätte, die das Land zu bieten hat, besuchen. Von Malmö aus fahre ich den RV9 die Ostseeküste entlang nach Ystad; ein nettes kleines Städtchen mit schmalen Gässchen und farbenfrohen einstöckigen Häusern. Überall blühen die Tulpen und Kastanien. Landwirtschaft prägt das zart hügelige Land ringsherum, teils Wiesen, teils Wälder reichen bis an die Ufer der Ostsee. Kaum zu glauben, dass man angesichts der einsamen, weißsandigen Strände in Schweden ist! Wie gefährdet diese wunderbare Küstenlandschaft ist, erlebe ich etwa nach einer Woche, als plötzlich aus heiterem Himmel ein 20 cm dicker Ölteppich kilometerlang den schönen weißen Sandstrand verdreckt! Was ist passiert? -Ein alter chinesischer Tanker ist wenige Kilometer vor Schwedens Südküste explodiert und gesunken!

Ziemlich sauer fahr ich weiter über Land nordostwärts, vorbei an vielen, ursprünglich Dänischen Schlössern und Kirchen nach Ahus, Kristianstad, Mörrum und Karlskrona. Auf dem Weg komme ich des Öfteren an sehr alten Grabhügeln, Schiffssetzungen und Runensteinen vorbei, die teils aus der Bronzezeit, teils aus der Wikingerzeit stammen. Ahus ist bekannt für sein "Absolut Wodka", der von der heutigen Jugend in rauhen Mengen konsumiert wird. Mörrum ist bekannt als wichtigster südschwedischer Lachsfluss. Jedoch ist das Wasser der Mörrumsan zu warm, so dass kein Fisch flussaufwärts zieht. Karlskrona ist ein ehemaliger Flottenstützpunkt zu Zeiten, als Schweden europäische Großmacht war. Die überdimensionierten Aufmarschplätze und Hafenmolen stehen nun verwaist und verlassen da. Weiter geht es nach Kalmar. Dort gibt es etwas abseits vom Stadtzentrum ein wunderschönes Wasserschloss zu sehen. Kalmar war Machtzentrum als sich Dänemark, Schweden und Norwegen zur sog. Kalmarer Union verbündeten. Lange hielt dieser Bund jedoch nicht und Schweden befreite sich letztendlich von der Dänischen Vorherrschaft. Die südöstliche Ostseeküste ist vor allem durch eine Schärenlandschaft geprägt, Sandstrände sind dort weniger zu finden.

Von Kalmar aus geht es nun weiter ins Landesinnere, in die "wilden" Wälder Smalands. Von der Anhöhe Aboda Klint aus hat man einen hervorragenden Blick über das weit verzweigte Seensystem des Allgunen. Schwarz, aber glasklar ist das Wasser und lädt zum Baden ein! Die Wälder sind allesamt forstwirtschaftlich genutzt, jedoch bekommt man einen Eindruck davon, wie es weiter nördlicher in Nordschweden aussieht. Die Strasse wird zum kleinen, schmalen grauen Band durch das Grün des Waldes.  Anders als die Küstenwälder Südschwedens, wo Laubbäume, wie Eiche, Buche, Birke und Esche  vorherrschen, bestehen die Wälder im Landesinneren Smalands aus Kiefern, Birken und Fichten. Auch der Waldboden, der je nach Standort an den Küsten meist mit Maiglöckchen oder Bärlauch bedeckt ist, wird in Smalands Hinterland von zahlreichen Flechten-, Heide- und Beerenarten  bewachsen. Um Arbeit für die hier spärlich angesiedelte Bevölkerung zu schaffen, gründete man Ende des 16. Jhd. Glashütten (glasbruk). Weitere Gründungen folgten dann bis in die 20er Jahre des 20. Jhd. und es entstand das Schwedische Glasriket, mit den in aller Welt bekannten Fabrikat- Namen der einzelnen Glashütten (Kosta, Boda, Orrefors ...) Dem RV 25 durch das Glasreich folgend komme ich an der alten Bischofsstadt Växjö vorbei, die eine eigentümliche Kirche mit einem Zwillingsturm aufzuweisen hat. Lange halte ich mich jedoch nicht dort auf, sondern fahre weiter südwestwärts nach Rashult zu Carl von Linnes Geburtshaus. Sein Vater und sein Bruder waren Pfarrer und rund um sein Geburtshaus wurden Pfarrhaus, Hof mit Haustieren und Garten wie im 18. Jhd. eingerichtet.

Nach einem kleinen Ausflug in den großartigen Nationalpark Store Mosse (Großes Sumpfgebiet), wo ich neben einer großen Anzahl verschiedener Vögel, eine Elchkuh mit zwei Kitzen beobachten konnte, fahre ich erneut Richtung Nordosten auf den Spuren Astrid Lindgrens nach Vimmerby. Wirklich viel Sehenswertes sieht man allerdings nicht in Mariannelund, Lönneberga und Hult. In Vimmerby selbst kann man einen überdimensionierten Vergnügungspark besuchen, wo alle Schauplätze aus  Lindgrens Romanen nachgebaut sind. Lohnenswert ist dagegen auf jeden Fall ein kleiner Abstecher nach Nydala an den See "Rusken", wo ein altes Zisterzienser- Kloster zu besichtigen ist, sowie ein paar Kilometer nördlich das alte Garnisonsstädtchen Eksjö, das ein schönes Stadtbild mit einstöckigen, bunten Holzhäusern hat. Vom 338 m hohen Berg Skuruhatt hat man einen sehr guten Blick auf die Topographie Smalands. Ein paar Kilometer nordwestlich von Vimmerby liegt ein sehr imposanter Nationalpark- "Norra Kvill"; hier kann man den ältesten in ganz Südschweden noch bestehenden Waldbestand bewundern, der der Forstwirtschaft schon lange nicht mehr zum Opfer gefallen ist. Neben 350 Jahre alten Fichten und Kiefern kann man zwei kleine natürliche Sumpfseen mit all seiner charakteristischen Flora und Fauna bewundern. Es ist jedoch zu empfehlen, den Weg durch den NP nicht bei stürmischem Wetter anzutreten, da die Bäume doch recht umsturzgefährdet zu sein scheinen! 

Weiter geht es nun zu den beiden großen Seen Südschwedens. Zunächst fahr ich zu meiner schwedischen Lieblingsstadt Vadstena, die an der Nordostküste des Vättern liegt. Auch in Vadstena steht ein sagenhaftes Schloss Gustav Vasas, umgeben von einem Wassergraben, der in den Vättern mündet. Ein lang gezogener Park führt entlang des Vätternufers zur ehemaligen Klosteranlage der Heiligen Birgitta (1303-73), deren 700- jähriger Geburtstag momentan in Vadstena gefeiert wird. Bei Motala hat man die Gelegenheit auf den Götakanal zu treffen, der am westlichen Ufer des Vänern in Sjötorp beginnt, in Karlsborg in den Vättern mündet und sich dann von Motala bis zur Ostsee fortsetzt. Insgesamt sind 58 Schleusen zu durchfahren! Ein Muss für alle Naturfreaks ist der östlich vom Vättern gelegene Nationalpark Takern. Ein Paradies für diverse Vogelarten und Insekten, aber auch die Botaniker haben hier etwas zu sehen! Ein mächtiger Schilfgürtel umgibt den See, den man  teilweise über einen schmalen Holzsteg durchwandern kann. Wenn man Glück hat, kann man die seltenen Bartmeisen (Parnurus biarmicus) im Schilf beobachten.

Man gelangt in altes Kulturland, wenn man die "Landbrücke" zwischen Vänern und Vättern durchfährt. So darf man bei Ulricehamn das Ganggrab von Luttra bewundern, das 5.300 Jahre alt ist. Auf dem weiteren Weg nach Norden liegen Klöster wie Gudhem (Ruine!) und Varnhem aus dem 12. Jhd., sowie das Schloss Mariedal und das Schloss Läckö; beide aus dem 17. Jhd.. Etwa 10 km südwestlich von Schloss Läckö gibt es ein Highlight für Geologen zu sehen - Hindens rev. Dabei handelt es sich um eine 25- 100 m breite, flache und etwa 7 km lange Endmoräne, die sich als bewaldete Landzunge in den Vänern erstreckt. Sie markiert die Abschmelzkante des riesigen Inland- Gletschers während der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren! Am See "Unden" hat man wieder einmal die Gelegenheit einer der schönen Nationalparke Südschwedens zu besuchen- den NP Tiveden. Auch dieser Waldbestand wurde früher forstwirtschaftlich genutzt, darf sich nun aber seit der Nationalparksgründung 1983 frei entwickeln. Seine vielen kleinen braunen, aber glasklaren Seen laden nach einem anstrengenden Rundgang zum Baden ein! Weiter führt mich der Weg nach Örebro, eine Stadt, die ich bereits bei der 2000er- Tour hab kennen lernen dürfen. Auch hier steht ein fabelhaftes Schloss Gustav Vasas. Die Stadt hat aber auch noch mehr zu bieten. Neben einer tollen "Einkaufsmeile", kann man in diversen Pubs, Kneipen und Restaurants von fein bis ungehobelt abfeiern gehen. Dabei ist zu betonen, dass in so mancher Musikkneipe, noch zu Klängen von Iron Maiden ("Run To The Hills") abgerockt wird!!!

Es geht weiter Richtung Stockholm, entlang des Hjälmaren bzw. Mälaren. Auch hier sollte man abseits der E 20 bzw. E 18 das Land erkunden. Auffällig sind dabei die vielen, vielen ansässigen Gestüte, Pferdekoppeln und fürstlichen Schlösser, wie z.B. Schloss Strömsholm, Schloss Tido und Schloss Engsö. Verpassen sollte man auf keinen Fall einen Abstecher zu den markanten Grabhügeln Anundshögen bei Badelunda. Neben einem 14 Meter hohen Grabhügel sind zwei große Schiffs- und drei kleinere Steinsetzungen sowie weitere Grabhügel aus dem 5- 8. Jhd. zu sehen. Außerdem stehen dort ein geheimnisvoller Runenstein und eine Steinreihe, die darauf schließen lassen, dass hier Anfang des 11. Jhd. der Königsweg "Eriksgata" verlief. Nun, Stockholm selbst ist beachtlich groß und erinnert mich ein wenig an Genf, so wie es da am Mälarsee liegt. Überwältigt ist man von dem großzügig angelegten, von Lichtern angestrahlten modernen Teil um den Bahnhof herum. Richtig gemütlich ist es dagegen in der "Gamla Stan", wo viele kleine Geschäfte, Kneipen und Restaurants in den schmalen Gassen zum Verweilen einladen. Prinzessin Viktoria habe ich leider im Königspalast nicht ausfindig machen können! Nun gut, ich habe jetzt nur einen kleinen Eindruck von Stockholm bekommen können. Aber schon allein wegen seiner vielen interessanten Museen (Skansen, Vasamuseet, Nordiska Museet etc.) ist Stockholm immer eine Reise wert. Weiter nordwärts steht nun die altehrwürdige Stadt Uppsala auf  meinem Programm. 1477 wurde hier damals die nördlichste Universität der Welt gegründet. Neben der Alma Mater mit seinem Gustavianum ("Anatomisches Theater") sind der zweitürmige, gotische Dom und das auf einem Hügel wuchtig wirkende Schloss zu besichtigen. Zu seinen Füßen liegt der ursprünglich barocke Schlossgarten, der heute zu einem beeindruckenden Botanischen Garten erweitert wurde. Jetzt ist aber Schluß mit Zivilisation!-

Es geht weiter nach Norden rein in den endlosen Schwedenwald nach Falun, am Lilian, Toftan und Siljan vorbei, nach Mora in die sog. Orsamark. Der sog. Inlandsvägen (RV 45) führt hier fast endlos durch den Wald. In Sveg angekommen fahre ich die 84 weiter nach Funäsdalen an die Schwedisch- Norwegische Grenze. Es ist nur schade, dass das ganze Grenzgebiet dem Skitourismus zum Opfer gefallen ist! Richtig ursprüngliche Landschaft ist hier schwer zu finden! Anders schaut es aber aus, wenn man der höchstgelegenen Straße Schwedens nach Ljungdalen folgt. Die weiten Fernblicke über das Fjell lässt einen die Naturschäden des Skitourismuses vergessen. Ein Traum ist dann die unbefestigte Strecke zurück in die Zivilisation nach Östersund. Kaum zu glauben, wie sich hier das Landschaftsbild plötzlich wieder ändert. Kilometerlang ging es jetzt durch endlosen Wald, an verschiedenen (Stau-) seen und Samendörfern vorbei. Elch und Rentier trifft man dort zu  fast 100 %! Nun bei Östersund hat die Landschaft wieder einen bäuerlichen, landwirtschaftlichen Charakter. Durchaus schön ist dann die Landschaft entlang der E 14, doch auch hier sind die Spuren des Wintertourismuses deutlich zu erkennen. Ich entscheide mich dafür, hier noch nicht über die Grenze zu fahren, sondern fahre weiter nach Norden, um bei Gäddede nach Norwegen zu fahren.

Landschaftlich tut sich erst mal nicht viel, als ich die Grenze nach Norwegen erreicht habe. Die Straße schlängelt sich an einigen Seen entlang, im Hintergrund das schneebedeckte Fjell. Was allerdings auffällt ist, dass in Norwegen nicht soviel Forstwirtschaft betrieben wird wie in Schweden. Ich folge dem Fluss Sandöla durch ein recht enges, bewaldetes Tal. Hier und da ist ein netter Wasserfall zu sehen. In Formofoss mit dem gleichnamigen Wasserfall erlebe ich dann eine kleine Schrecksekunde. Ich fahre mit dem Corsa von der Strasse ab zum Formofoss auf einem unbefestigten Weg. Leider zu spät bemerke ich, dass der immer steiler werdende Weg aus lockeren Kieseln und Sand besteht. Ich versuche mit dem Rückwärtsgang wieder stabilen Untergrund zu erreichen, aber keine Chance. Die Reifen drehen nur noch durch! Nachdem bereits mehrere Male der Motor abgestorben ist, beschließe ich, bis nach unten zu fahren, dort zu wenden und mit ein wenig Schwung einen weiteren Versuch zu unternehmen. Doch Fehlanzeige, das Auto gräbt sich bei jedem erneuten Versuch tief in den lockeren Untergrund ein. Das gibt´s doch nicht! Ich werd doch hier irgendwie wieder hochkommen! Bis ich dann die aussichtslose Lage erkenne und mir klar wird, dass ich ohne fremde Hilfe nicht mehr vom Fleck komme. Etwas niedergeschlagen mache ich mich auf den Weg zurück zu dem kleinen Ort Formofoss, um Hilfe zu holen. Es ist bereits kurz vor 22.00 Uhr und habe mich bereits mit dem Gedanken angefreundet, dass ich die Nacht da unten am Wasserfall verbringen werde. Um so mehr freut es mich einen Norweger in seinem Garten zu treffen, der gerade noch seinen Rasen mäht. Ich erkläre ihm meine missliche Lage und frage ihn, ob er mir vielleicht helfen könne. Allerdings hätte ich momentan noch keine Norwegischen Kronen bei mir. Ganz locker und hilfsbereit antwortet er mir, dass das alles kein Problem wäre und er mich mit seinem Auto da rauszieht! Ob ich dann vielleicht ein kühles Bier für ihn hätte?! Damit könne ich leider nicht dienen, begegnete ich ihm, jedoch hätte ich noch einen Cognac. Somit ist alles klar und der Norweger räumt seinen Rasenmäher in seinen Schuppen, holt seinen Sohn zur Unterstützung aus dem Haus und wir fahren mit seinem Auto zu der "Unglücksstelle". Während der Fahrt erklärt er mir noch, dass ich nicht der einzige wäre, dem das Malheur am Formofoss passiert ist. Schon oft habe er dort Autos hochgezogen. Das lässt sich auch daran erkennen, wie geschickt und geübt Vater und Sohn die beiden Autos mit einem kräftigen Zugseil verbinden und mich ohne große Mühen aus dem Dreck ziehen. Mensch, bin ich erleichtert, dass ich nun wieder frei bin und die Reise fortsetzen kann, auch wenn meine Vorderreifen durch die wiederholten und misslungenen Anfahrtsversuche stark gelitten haben! Gerne überlasse ich dem hilfsbereiten Norweger Dreiviertel meines Cognacs und fahre weiter nach Grong und nach Namsos.

Wie in allen größeren Norwegischen Städten üblich, hat man eine Gebühr zu entrichten, um in die Stadt hineinfahren zu können. Eine sinnvolle Geldeinnahme für die Stadt, die durchaus auch hier in Deutschland zu überlegen wäre! Die Stadt liegt recht nett am gleichnamigen Fjord, umringt von grau- rosa- farbenen, zart bewachsenen Hügelketten. In Namsos dreht sich alles um das Lachsfischen im weltbekannten Fluss Namsen, wo sich aber auch einiges rührt bzw. aus dem Wasser springt. Weiter geht es nun entlang des Kystriksvegen 17 nordwärts. Dazu ist eigentlich nur zu sagen, dass man sich enorm auf die Strasse konzentrieren muss, denn man kommt angesichts dieser Küstenlandschaft aus dem staunen nicht mehr heraus! Bizarre Felsen, blautürkises Meer und wunderschöne Vegetation runden das Skandinavien- "feeling" unvergessen ab.

Etwa 100 km südlich der Stadt Bodö, dem Endpunkt des Kystriksvegen, handle ich mir jedoch einen Plattfuss am rechten Vorderreifen ein. Ein tiefes Schlagloch in einem unbeleuchteten Tunnel zerschmettert mir sowohl Reifen, als auch Felge. Da ich nun kein Reserverad mehr habe, aber doch noch damit zu rechnen habe, dass auch der zweite Vorderreifen durch die Beschädigungen am Formofoss seinen Geist aufgibt, beschließe ich die Reise vorzeitig abzubrechen. Ich fahre noch bis nach Bodö an den bekannten Saltstraumen und fahre über den Silvervegen (RV 95) wieder zurück nach Schweden durch endloses Fjell. Hier findet man Einsamkeit pur. Vielleicht trifft man hier gerade noch auf Elch und Rentier! Bei Sorsele treffe ich wieder auf den Inlandsvägen 45, dem ich bis nach Göteborg südwärts folge. Der Wahnsinn, was für ein betriebsamer Verkehr Anfang Juli Richtung Norden herrscht! Viele Deutsche und Holländische Urlauber! Nun ja, wirklich traurig bin ich angesichts dieser Touristen- Heerscharen nicht, dass ich nun wieder nach Hause fahre. Wie bereits geahnt, bemerke ich bei Amal, an der Westküste des Vänern, dass nun auch mein linker Vorderreifen kurz vor dem Platzen steht. Das Profil ist soweit abgefahren, dass bereits die Drahtnähte zum Vorschein kommen. In Amal finde ich jedoch leicht eine Autowerkstatt, die mir am nächsten Tag den Reifen erneuert! Es ist jedoch zu bedenken, dass solche Reparaturen in Skandinavien sehr kostspielig sein können! Der Reifen hat mich doppelt soviel gekostet als in Deutschland!

Von Göteborg geht es die E 6 weiter nach Malmö und ich fahre die gleiche Strecke nach Deutschland zurück, wie ich sie vor gut sechs Wochen nach Schweden gefahren bin. Am 16.07.03 komme ich wohlbehalten und mit weiteren 10.000 km auf dem Tacho in München an.

Diese Rundreise war diesmal nicht nur geprägt durch viele Naturerlebnisse, sondern auch durch eine kleine Zeitreise durch die Skandinavische Geschichte. Viel Neues habe ich erfahren und hinzugelernt. Das A und O ist die Neugierde, immer wieder etwas Neues zu finden.
Eins steht für mich auf jeden Fall fest;- I´ll be back 2004!!!

Hier geht´s zu meiner Fotogalerie!

Hier gibt´s eine kleine Kartenskizze der Tour!

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Zuletzt aktualisiert: 22.01.2006

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