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Studium

Wie Ihr sicherlich auf dem Streifzug durch meine HP bemerkt habt, gilt mein großes Interesse der Biologie. Das Biologiestudium unterteilt sich in ein Grundstudium (i.d.R. 4 Semester) und in ein Hauptstudium (i.d.R. 6 Semester). Das Grundstudium ist zwischen den bundesdeutschen Universitäten recht unterschiedlich. So mancher "Anfänger" wundert sich mit welchen Fächern er zu Beginn des Studiums konfrontiert wird. "Was soll das Alles mit Bio zu tun haben?" Physik, Chemie und Mathe... aber man lernt auch noch "biologische" Fächer, wie Zoologie, Botanik, Zellbio, Genetik und Mikrobio kennen. Nach dem Vordiplom sucht man sich ein Hauptfach und zwei oder drei Nebenfächer (je nach Uni) aus. Da ich mich nicht für eine biologische Disziplin entscheiden konnte, habe ich mich für die Ökologie entschieden, die irgendwie alle biologischen Disziplinen vereint! Hier behält man weiterhin den Überblick! Wie auch in anderen Disziplinen ist dieses Fach sehr komplex und beschäftigt sich allgemein um die Beziehungen zwischen belebter und unbelebter Natur (z.B. Stoffaufnahme von Pflanzen, Auswirkungen von Temperatur, pH, Salinität usw. auf einen Organismus) bzw. die Beziehungen zwischen den Organismen (Konkurrenz, Räuber- Beute- Beziehungen, Parasitismus, Evolution usw.).

Ich war damals während meines Hauptstudiums in München begeistert, als ich das erste Mal durch ein Mikroskop sehen konnte und erleben durfte wie viel Leben in einem Wassertropfen zu finden ist. Neben Bakterien war ich sehr erstaunt, was für unterschiedlich und exotisch gestaltete Phytoplankter und Zooplankter in der Linse zu sehen waren!

Diese Begeisterung hat sich dann während diverser Praktika in Seeon (Limnologische Station der LMU) fortgesetzt, bei denen ich die vielen Zusammenhänge zwischen dem Leben im Wasser und den physikalischen (z.B. Licht, Temperatur, Wind) und den chemischen (Nährstoffe, Sauerstoffgehalt, pH- Wert) Faktoren kennen lernen durfte. Mir wurde klar, wie komplex  einerseits und wie fragil dieses System andererseits bei Veränderungen reagieren kann. Außerdem erfuhr ich interessante Eigenschaften bzw. Verhaltensweisen der im Wasser lebenden Pflanzen und Tiere, wie z.B. die Vertikalwanderung bei Zooplanktern, die sich während des Tages in größeren, dunkleren Tiefen aufhalten, um den optisch jagenden, planktivoren Fischen zu entgehen. In der Nacht steigen sie in seichtere Schichten auf, wo sich das Phytoplankton befindet und das große Fressen beginnt. Auch so manches Phytoplankton unternimmt eine solche Vertikalwanderung, aber in entgegen gesetzter Richtung. Während des Tages hält es sich in seichteren, Licht durchfluteten Schichten auf, um Photosynthese betreiben zu können. Dort werden die Nährstoffe bei geschichtetem Wasserkörper (Schule lässt grüßen (Bio- LK)!) knapp, weshalb bestimmte Phytoplankter (z.B. Cyanobakterien, Dinoflagellaten)  in tiefere Schichten abwandern, um Nährstoffe zu tanken. Kann aber sicherlich auch als Feindvermeidungsstrategie (Zooplankton!) diskutiert werden.

Am Ende des Studiums muss neben der mündlichen Diplomprüfung in den Haupt- und Nebenfächern eine Diplomarbeit (ca. 9 Monate) angefertigt werden. Ich hatte das Glück bei Prof. Dr. S. Diehl bzw. PD Dr. H. Stibor ein Thema zusammen mit meiner Kollegin A. Gelzleichter zu bearbeiten. Thema: "Experimentelle Untersuchungen zum Einfluss von Rippenquallen (Ctenophora) auf marine Nahrungsnetze". Dabei konnten wir die hervorragenden Kontakte zur Trondheimer Universität nutzen und in der Feltstasjon "Sletvik" unsere Experimente durchführen.

Soviel nun zu meiner biologischen Begeisterung bzw. Ausrichtung!

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Zuletzt aktualisiert: 22.01.2006

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