| Dieses Bild entstand in Moskenes, auf meiner Lofotentour im
April 2005. Im Hintergrund der frisch gefangene Dorsch, der zwischen Ende
Dezember und Anfang April in ungeheuren Mengen gefangen wird (die berühmte "Lofotfischerei").
Der geschlechtsreife und fett gefressene Dorsch zieht in dieser Zeit von der
Barentsee in die Gewässer der Lofoten zum Ablaichen. Das Fangen und die
Haltbarmachung des Fisches an der Luft (Törfisk) hat in Norwegen eine
Jahrhunderte alte Tradition und war vor dem Ölreichtum einer der wichtigsten
Einnahmequellen des Landes. Während der Hansezeit war diese Ware wichtiges
Tauschobjekt und wurde von Bergen aus nach ganz Europa verschifft. Der
Dorsch wurde traditionell an einer normalen Fischerleine mit einer ganzen
Reihe seitwärts geknüpfter Haken gefangen. Heutzutage wird er neben dieser
Technik natürlich auch mit großen Netzen gefangen. In früheren Zeiten sind
die Norweger aus ganz Norwegen mit ihren kleinen Booten zu den Lofoten
gesegelt, um sich einen Zuverdienst für das ganze Jahr zu sichern. Eine
schwere und entbehrungsreiche Arbeit, wie man in vielen norwegischen Museen
nachvollziehen kann. Die von vielen Lofottouristen so beliebten Rorbua
stammen aus dieser Zeit und dienten den Fischern als Unterkunft. Deren
Standard war damals reichlich primitiv und es war nicht selten, dass
sich die Fischerleute ein Bett zu zweit teilen mussten! Für mich
außerordentlich interessant war, dass der Fisch bei ständig wechselnden
Temperaturen und Wetter aufgrund des Windes tatsächlich trocknet bis er
steinhart ist. Ein weiteres Problem bei dieser Art von Konservierung sind
die Fliegen, die angezogen vom Aasgeruch des toten Fisches zahlreich
angelockt werden würden, wenn es die Temperaturen zum Überleben ermöglichen
würden. Dies ist ein weiterer Grund warum das Trocknen nur während dieser
kalten Zeit möglich ist! Größte Export- Abnehmer sind die mediterranen
Länder Italien, Spanien und Portugal, die den Törfisk als Fastenmahlzeit vor
Ostern zu schätzen wissen und viel Geld dafür bezahlen. Die Zubereitung ist
ein anderes Thema und doch recht gewöhnungsbedürftig, aber dazu später mehr.
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